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Wenn Frauen aufhören, sich zu bewerten

  • 26. Juli 2025
  • 3 Min. Lesezeit
Wenn Frauen aufhören, sich zu bewerten – und beginnen, sich zu spüren
Wenn Frauen aufhören, sich zu bewerten – und beginnen, sich zu spüren

Die meisten Frauen wachsen in einer Welt auf, in der ihr Körper früh zur Projektionsfläche wird. Noch bevor sie sich selbst im Spiegel erkennen, haben sie oft schon gelernt, was „schön“ bedeutet – und was nicht. Zu dick. Zu dünn. Zu leise. Zu viel. Zu emotional.

Zu fordernd. Zu sexy. Zu brav. Immer gibt es eine Bewertung, die sich über die eigene Wahrnehmung legt.


Diese ständige Selbstkontrolle macht etwas mit dem Körper. Und mit dem Erleben. Wer sich selbst immer wieder kritisch betrachtet, verlernt mit der Zeit, sich von innen heraus zu spüren. Berührung, Lust, Wärme, Leidenschaft – sie rücken in den Hintergrund, weil das Außen so laut ist.


Studien zeigen: Frauen schätzen ihre Körperwahrnehmung häufig geringer ein als Männer – besonders im Zusammenhang mit gesellschaftlicher Bewertung. Eine Meta-Analyse der Universität Leipzig (2019) hat belegt, dass die sogenannte Körperbildstörung bei Frauen weit verbreitet ist – selbst bei denen, die objektiv keine Auffälligkeiten im Essverhalten zeigen.

Die Forscher:innen betonen: Ein negatives Körperbild kann weitreichende Folgen haben – nicht nur für das Selbstwertgefühl, sondern auch für die Fähigkeit, Nähe, Genuss und Sinnlichkeit zu erleben.

Dabei ist der Körper kein Objekt.

Er ist fühlendes, atmendes Leben.Und: Er erinnert sich.

Auch wenn wir uns von unserer Sinnlichkeit entfernt haben – sie ist nicht weg. Sie schläft vielleicht. Oder sie ist vorsichtig geworden. Aber sie lebt noch in uns. In der Haut. In der Brust. In den Fingerspitzen.

In jedem Atemzug, den wir wirklich bewusst wahrnehmen.


Wenn Frauen beginnen, ihren Körper wieder als Heimat zu erleben – statt als Baustelle –öffnet sich etwas: Ein Raum für Nähe. Ein Raum für Echtheit. Ein Raum für Sinnlichkeit, die nicht inszeniert ist, sondern tief. Eine Leidenschaft, die nicht laut sein muss – aber klar.

Sinnlichkeit ist nicht gleich Sexualität – aber sie sind verwandt.

Beide wurzeln im Spüren, im Anwesend-Sein, im Körper. Und beides ist zutiefst menschlich.

Leidenschaft heißt nicht, ständig in Flammen zu stehen. Sondern sich lebendig zu fühlen. Verbunden mit dem, was in dir brennt. Mit dem, was dich weich macht. Mit dem, was dich anzieht – zu dir selbst.

Wenn Frauen sich wieder spüren, fällt ein Teil der Bewertung weg. Weil das Urteil ersetzt wird durch Erfahrung. Durch Wärme. Durch Atem. Durch Berührung. Nicht nur von außen – sondern von innen.

Sich selbst wieder zu spüren, ist kein Luxus. Es ist ein Akt der Rückeroberung.

Und ein lautes Ja zu unserem eigenen Körper.


Sich selbst berühren. Sich selbst sehen.

Selbstbefriedigung ist mehr als nur körperliche Lust. Sie ist eine Einladung, deinen Körper kennen- und lieben zu lernen. Ein Moment, in dem du ganz bei dir bist, ohne Ablenkung und ohne Erwartungen von außen.

Wenn du dich dabei im Spiegel betrachtest, wird dieser Moment noch intensiver.

Du siehst dich wirklich – mit allen Ecken und Kanten, mit Haut, mit Glanz und mit Lebendigkeit. Es ist ein Akt der Selbstakzeptanz, der dir zeigt: Ich bin hier, ich bin echt, ich bin spürbar.


Der Blick auf dich selbst kann manchmal ungewohnt sein. Vielleicht entdeckst du Unsicherheiten, vielleicht auch Neugier, vielleicht ganz neue Seiten an dir. Es ist okay, wenn sich das zuerst komisch oder ungewohnt anfühlt. Denn in diesem Blick liegt Kraft. Kraft, dich selbst in deiner Ganzheit zu umarmen – sinnlich, leidenschaftlich, lebendig.

Selbstbefriedigung und der bewusste Blick in den Spiegel verbinden Kopf und Körper, Seele und Sinnlichkeit. Sie schenken dir Raum, dich selbst zu ehren und zu feiern – ganz ohne Bewertung.

Dieser Moment nur für dich ist ein Zeichen von Selbstliebe.

Ein kleiner Zauber, der dich mit dir selbst verbindet.


 
 
 

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© 2025 Sabrina Nagelschmied

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